Textbutton "EE" mit Link zur Startseite der Homepage des Jahrbuches Erneuerbare Energien


Jahrbuch
Erneuerbare
Energien 2000

Link zum Jahrbuch Erneuerbare Energien 2007Jahrbuch Erneuerbare Energien 02/03Jahrbuch Erneuerbare Energien 2001Jahrbuch Erneuerbare Energien 2000


Schriftzug: E-Book mit Link zur Bestellung des Jahrbuch Erneuerbare Energien

Es sind nicht mehr alle Ausgaben in gedruckter Form lieferbar, aber in elektronischer Form.

Leseproben

Textbutton mit Link zum Bestellformular fuer die Jahrbuecher Erneuerbare Energien
Textbutton mit Link zum Expertenteam des Jahrbuch Erneuerbare Energien 2000
Textbutton mit Link zum Inhaltsverzeichnis des Jahrbuch Erneuerbare Energien 2000
Textbutton mit Link zum Vorwort des Jahrbuch Erneuerbare Energien 2000
Textbutton mit  Link zu Ausschnitten aus dem Inhalt des Jahrbuch Erneuerbare Energien 2000
Textbutton mit Link zum Pressespiegel des Jahrbuch Erneuerbare Energien 2000
Textbutton mit Link zum Kontaktformular. Schreiben Sie uns! Ihre Meinung interessiert uns!
Textbutton mit Link zu den Informationen zum Jahrbuch Erneuerbare Energien 2007
Textbutton mit Link zu den Informationen zum Jahrbuch Erneuerbare Energien 02/03
Textbutton mit Link zu den Informationen zum Jahrbuch Erneuerbare Energien 2001Textbutton mit Link zur Startseite der Homepage des Jahrbuches Erneuerbare Energien

3 Erneuerbarer Energien und Politik

3.3 Die deutsche Politik zu Erneuerbaren Energien in den 90er-Jahren

3.3.2 Die Nutzung Erneuerbarer Energien im Lichte der Empfehlungen der Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre"

Zum Thema Klimaschutz und EE wurden in den vergangenen 10 Jahren zahlreiche Untersuchungen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene durchgeführt [3.11], [3.12], [3.13], [3.14], [3.15], [3.16], [3.17], [3.18]. Zu den bedeutendsten zählen zweifellos die Berichte der beiden vom Bundestag eingesetzten Enquete-Kommissionen „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre" (1990) [3.19] und „Schutz der Erdatmosphäre", (1994) [3.20], die die Diskussion über die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland maßgeblich beeinflusst haben, und die auch international starke Beachtung fanden. Seinerzeit wurden von der zweiten Kommission (auf der Datenbasis bis 1993) im Wesentlichen drei Szenarien entwickelt:

Abb. 3-4: Tatsächliche Entwicklung der Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland im Vergleich zu den Szenarien der Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre".

Heute, gut 5 Jahre nach Veröffentlichung des Endberichtes der zweiten Enquete-Kommission, lässt sich für die tatsächliche Entwicklung EE ein Verlauf oberhalb der damals angenommenen Referenzentwicklung feststellen, denn der für das Jahr 2005 angenommene Beitrag von 84 TWh wurde bereits 1998 annähernd erreicht. Auch gegenüber dem im Szenario R1 angenommenen mittleren Anstieg von 3,2% p.a. im Zeitraum 1990-2005 liegt das bisher realisierte Wachstum mit 4,4% p.a. deutlich höher. Die Nutzung der Windenergie, aber auch der Biomasse haben bereits heute das Ausbauziel des Szenarios R1 für das Jahr 2005 überschritten. Andererseits bleibt die Nutzung von Sonnenenergie mit lediglich 50% des Zielwertes bislang noch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dass der Wachstumspfad R2 mit einem Anstieg von 6% p.a. nicht erreicht wurde, überrascht insofern nicht, als die - neben dem CO2-Minderungsgesetz - wichtigste Randbedingung für dieses Szenario, ein Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2005, nicht eingetreten ist.



3.4 Die Politik der Rot-Grünen Bundesregierung

3.4.4 Exkurs: Das Erneuerbare Energien-Gesetz

3.4.4.1 Zur Vorgeschichte: Die Diskussion um das Stromeinspeisungsgesetz

Aus Sicht vieler Befürworter gilt das Gesetz insgesamt als eines der erfolgreichsten und effektivsten energiepolitischen Instrumente der vergangenen Jahre. Der von allen unerwartete Aufschwung der Stromerzeugung aus Windenergie hat aber auch eine Grundsatzdiskussion über die „richtige" Fortführung der Förderung EE ausgelöst, die sich bereits 1997 angesichts der bevorstehenden Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland deutlich verschärfte (Tab. 3-2).

Tab. 3-2: Pro- und Contra-Argumente zum Stromeinspeisungsgesetz

Ein wesentlicher Streitpunkt ist seit jeher die Struktur und die Höhe der Vergütungssätze. Kritiker argumentieren, dass sie sich nicht an den durch die Netzeinspeisung tatsächlich vermiedenen Kosten im Stromversorgungssystem orientieren. Zum einen, weil die Vergütungsätze weder nach Tages- und Jahreszeiten differenzieren, zum anderen weil die vergleichsweise geringe Leistungsverfügbarkeit der Erzeugungsanlagen nicht berücksichtigt wird [3.29]. Die tatsächlich vermiedenen Kosten - so die Argumentation - lägen demnach deutlich niedriger. Die Elektrizitätsversorgungsunternehmen befürworten daher nach wie vor die sog. Verbändevereinbarung [3.30], die vor der Einführung des Strom-EG galt und seither nur noch die Fälle außerhalb des Geltungsbereiches des Gesetzes abdeckte. Für 1999 galten danach folgende Orientierungswerte:

-Wasserkraft 8,9 Pf/kWh;

-Deponiegas, Klärgas, Biomasse: 9,5 Pf/kWh;

-Windkraft: 7,5 Pf/kWh,

-Photovoltaik: 11,0 Pf/kWh.

Für den Mix aller EE ergibt sich daraus ein Mittelwert von etwa 8 Pf/kWh, was im Vergleich zur tatsächlich gezahlten Vergütung grob der Hälfte entspricht.

Setzt man die von den Elektrizitätsversorgungsunternehmen zu leistenden Vergütungszahlungen nach dem Strom-EG, die sich 1998 auf etwa 1.113 Mio. DM beliefen (vorläufiger Wert für 1999: 1.382 Mio. DM) in Relation zu den Vergütungen entsprechend der Verbändevereinbarung, ergeben sich erhebliche Differenzkosten. Sie werden von der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke VDEW auf 526 Mio. DM beziffert (vorläufiger Wert für 1999: 685 Mio. DM [3.31]).

Im Gegensatz dazu rechtfertigen Betreiberverbände EE die Höhe der gesetzlichen Vergütungssätze. Sie leiten u. a. auf der Basis richterlicher Entscheidungen (z. B. der Landgerichte Düsseldorf und Osnabrück) vermiedene Kosten von 10 bis zu 17 Pf/kWh ab, wenn z. B. die vermiedenen Kosten der Stromverteilung oder die so genannten externen Kosten in die Betrachtung einbezogen werden. Legt man diese Werte zu Grunde, verringern sich die zuvor ausgewiesenen Differenzkosten deutlich bzw. gehen auf Null zurück.



3.4.4.4 Die Bedeutung des Gesetzes für die Marktentwicklung Erneuerbarer Energien

Die Resonanz auf das Gesetz war seitens der Umwelt- und Betreiberverbände außerordentlich positiv, vielfach sogar euphorisch. „Ein Echter Meilenstein", „richtungsweisend" und „Eine Initialzündung für das Solarzeitalter" waren nur einige der Begriffe, die kursierten. Denn selbst von den Protagonisten wurde nicht erwartet, dass die im Vorfeld eingebrachten Vorschläge - z. B. die hohe Vergütung für Solarstrom - bis zuletzt Bestand haben würden.

Erwartungsgemäß gab es aber auch negative Stimmen. So kritisiert der Verband der Industriellen Kraftwirtschaft VIK [3.37], das EEG gehe den falschen Weg, da durch die garantierte Mindestvergütung für eine breite Palette EE das Fördervolumen sehr stark ansteigen werde, was voraussichtlich zu einer Erhöhung der allgemeinen Strompreise führen werde. Denn es sei fraglich, ob der Strom vollständig als Ökostrom vermarktet werden könne. Darüber hinaus werden durch die staatlich fixierten Abnahmepreise Innovationen gebremst, was einer weiteren Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit EE nicht förderlich sei.

Die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke VDEW vertritt nach wie vor die Auffassung, dass anstelle des EEG eine Finanzierung aus dem Steueraufkommen sowohl unter ordnungs- als auch unter wettbewerbspolitischen Aspekten sinnvoller sei. Positiv wird allerdings gewertet, dass die Vergütungssätze für Strom aus Wind, Biomasse und Photovoltaik degressiv angelegt und zeitlich befristet sind.

Trotz der insgesamt kritischen Haltung, gibt es bei den Elektrizitätsversorgungsunternehmen auch Stimmen, die empfehlen, die gegebenen Randbedingungen verstärkt selbst zu nutzen und sich am erwarteten Boom EE zu beteiligen. Denn EE böten derzeit als einzige die Möglichkeit, Strom zu stabilen Preisen zu verkaufen [3.38].

Unabhängig davon, welche Position die einzelnen Gruppen zum EEG auch einnehmen, alle gehen davon aus, dass dadurch - und in Verbindung mit den anderen Förderprogrammen (s. a. Kapitel 2) - in vielen Fällen ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen möglich wird und es zu einem erheblichen Wachstumsschub kommt. So erwartet die VDEW bereits für das Jahr 2000 einen Anstieg der Zahlungen für Einspeisevergütungen um mehr als 80% (!) im Vergleich zu 1999 [3.39].

Selbst wenn sich die Entwicklung nicht ganz so dynamisch vollziehen sollte, ist mit dem Gesetz eine entscheidende Grundlage geschaffen worden, zumindest im Stromsektor das politische Ziel zu erreichen, den Anteil EE an der Energieversorgung bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln (s. a. Kapitel 4).

Abbildung Jahrbuch Erneuerbare Energien 2000

ISBN 3-927656-11-9

Textbutton mit Link zum Solarserver, Solarbuch des Jahres 2000

Textbutton mit Link zur naechsten Lesprobe des Jahrbuches Erneuerbare Energien 2000
Textbutton mit Link zur Homepage von Bieberstein VERLAG und AGENTUR in Radebeul bei Dresden

Bieberstein VERLAG & AGENTUR
Reichsstraße 19, D-01445 Radebeul
E-Mail: jee@bieberstein.com
Internet: www.bieberstein.com



Telefon:
0351-8 36 01 20
Telefax:
0351-8 36 01 22


Impressum © 1989-2017 vwdbie